Praxistipps für perfekte Kommunikation aus dem Homeoffice 

„Das habe ich so nicht gesagt! Was unterstellen Sie mir!“ – Wie durch ein Vergrößerungsglas treten im Homeoffice plötzlich in Ausnahmesituation kleine Unstimmigkeiten ganz groß hervor und verblüffen uns mit dramatischen Auswirkungen. Wo genau stecken aber diese sprichwörtlichen Tücken des Objektes, speziell wenn es um Telefonate und Videocalls über Zoom, Skype, Microsoft Works etc. geht?

Stimme in der Online-Kommunikation

Als Business-Stimmcoach empfehle ich dringend, die Chance beim Arbeiten im Homeoffice zu nutzen und präzise zu erkennen, worauf man dann auch später aus ganzem Herzen verzichten kann:

  • Auf einschläfernde Sprechweise in Videos und Online-Schulungen
  • Auf langatmige Erklärungen und Statements
  • Auf führungslose, unstrukturierte Online-Meetings

Das Virus hat geschafft, etwas umsetzbar zu machen, was Berater seit Jahren predigen: Firmen investieren in Digitalisierung, arbeiten ab sofort flexibel und agil. Bisher hatten sie das nur zögerlich getan. Videotelefonie nutzte laut Statistik Austria im Vorjahr nicht einmal die Hälfte der heimischen Unternehmen. Laut einer Eurostat-Studie von 2018 arbeitete bisher nur jeder zehnte Beschäftigte in Österreich regelmäßig zu Hause.

Nun, da viele Erwerbstätige ins Homeoffice geschickt wurden, waren Firmen gezwungen, den digitalen Wandel zumindest im Kleinen einzuleiten. Mitarbeiter lernten de facto über Nacht, mit neuen Messenger-, Video- und Cloud-Diensten zu arbeiten. Und: Es funktioniert. „Homeoffice wird in Zukunft ein Stück normaler, die Vorbehalte, zu Hause nichts zu leisten, sinken vermutlich“, sagt Jörg Flecker, Arbeitssoziologe an der Uni Wien. *

Tipps gegen Nervosität Arno Fischbacher

So punkten Sie mühelos auch in der Online-Kommunikation

So sprechen Sie lebendig

Die Aufmerksamkeitsspanne ist online um vieles kürzer als im Live-Gespräch. Setzten Sie deshalb viel öfter Akzente:

  • Geben Sie sich einen Ruck vor dem Sprechen. Stimme ist hörbare Körpersprache. Machen Sie Ihre Standpunkte hörbar, indem Sie sich vor dem Sprechen bewusst aktiv hinsetzen. Lösen Sie sich von der Lehne. Dadurch befreien Sie Ihre Gestik, was Ihrer Stimme ganz neue Akzente verleiht. Praxistipp: Setzen Sie sich – so ungewöhnlich das im ersten Moment klingen mag – auf ein aufblasbares Sitzkissen aus der Wirbelsäulengymnastik! Sie aktivieren dadurch Ihr Zwerchfell und klingen wie durch Zauberhand klarer, stärker und lebendiger!
  • Dialog statt Monolog. Wenn Sie jetzt sagen, im Telefonat wären Sie ja ohnehin automatisch im Dialog, überprüfen Sie einfach, wie oft Sie während einer Erklärung die Worte „ich“ oder „wir“ und „man“ verwenden. Praxistipp: Sprechen Sie so oft als möglich aus der Denkperspektive Ihrer Gesprächspartner heraus. Beispiel: Anstelle von „Unsere Lösung ist deshalb so stark, weil sie kostengünstig und rasch einsetzbar ist!“ sagen Sie besser: „Wenn Sie sich fragen, was an unserer Lösung die beiden klaren Vorteile für Sie sind … Sie senken Ihre Kosten und das ab sofort!“

So zeigen Sie Struktur und Klarheit

Vermeiden Sie das Wegdriften Ihrer Zuhörer an den Bildschirmen. Beginnen Sie auch im Homeoffice Ihre Sätze öfter mit „Ahm …“, „Njaa …“ oder „Also …“? Wenn Sie führungsstark sprechen wollen, lassen Sie Ihre Sätze stattdessen effektvoll mit dem deutlich ausgesprochenen ersten Wort des Satzes beginnen!

  • Suggestiv beginnen:Sichern Sie sich führungsstark die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer, indem Sie Ihre Wortmeldung mit einer starken Suggestion beginnen. Nutzen Sie dazu die hochwirksamen Formeln: „Wenn Sie …“, „Angenommen, Sie …“ oder „Vielleicht haben Sie …“. Zum Beispiel: „Wenn Sie, lieber Kunde, vorher darauf hingewiesen haben …“
  • Stellen Sie starke Worte an den Anfang: Gewinnen Sie immer wieder die volle Aufmerksamkeit mit starken Worten am Satzbeginn: „Gestern …“, „Morgen …“, „Heute …“, „Bewiesen ist …“, „Garantiert …“, „Vorab …“, „Jetzt …“, „Momentan …“, „Erstens …“, „Bequem …“, „Mühelos …“.
  • Kommen Sie zum Punkt. Begrenzen Sie Ihre Redezeit. Lassen Sie Details weg.

Die Macht der Stimme Seminar mit Arno Fischbacher

So wärmen Sie sich auf

Profis gehen niemals ohne kurzes Warming-Up an den Start! Leistungsstreben und Zeitdruck, aber auch die für viele ungewohnte Situation hinter Webcam und Mikrofon lassen rasch Verspannungen entstehen. Stress-Spannungen im Kreuz und im Nacken beeinträchtigen Ihre Stimme. Halten Sie aktiv dagegen!

  • Machen Sie Bewegungspausen! Lassen Sie für einige Sekunden Ihre Schultern nach hinten kreisen. Strecken Sie sich. Seufzen Sie ungeniert laut aus. Schütteln Sie den Alltag von sich ab.
  • Wärmen Sie vor dem ersten Call Ihre Stimme auf! Es genügt völlig, ein paar Sekunden lang das Geräusch eines startenden Motorrads zu imitieren („brmmmm! Brmmmm!“) oder laut ein paar exaltierte Grimassen zu ziehen. Das dehnt die Faszien Ihrer Artikulations-Muskeln und macht Sie nicht nur besser verständlich. Es wischt auch gleich alle Hemmungen weg und hebt schlagartig die Laune!

Fazit:

Mit diesen Tipps bietet Ihnen die momentane Situation durchaus eine große Chance: Sie trainieren für das ganz normale Leben nachher. Schärfen Sie mutig Ihre Aufmerksamkeit für die versteckten Falle der Kommunikation und bringen Sie Ihre Gespräche mühelos auf ein neues, noch höheres Niveau!

*  Zitiert nach: Cordula Nussbaum, Produktiv und erfolgreich im Homeoffice: So arbeitest Du effektiv, produktiv, effizient, erfolgreich und gelassen in den eigenen vier Wänden. Das eBook ist kostenfrei downloadbar!

Diskutieren Sie mit:

Worin bestehen für Sie in der Kommunikation aus dem Homeoffice die größten Hürden? Bleiben Sie beim guten alten Telefon – oder nutzen Sie Skype oder Zoom etc? Welche guten oder schlechten Erfahrungen haben Sie gemacht? Schreiben Sie mir Ihre Gedanken in die Kommentare!

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