Dass manche Menschen allzu gern und lang reden, kann (nicht nur an Feiertagen) ganz schön nerven. Zu Wort kommen ist dann gar nicht einfach.

Ich habe deshalb in meinem aktuellen Videotipp die Frage einer Teilnehmerin aufgegriffen: „Wie unterbreche ich elegant, wenn jemand einfach nicht aufhören will zu reden?“
Sehen und hören Sie hier meine Antwort im Video – drei konkrete Tipps inklusive:

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Wie komme ich bei Vielrednern zu Wort?

Vielleicht kennen Sie diese Situation, Sie sind Teil einer Gesprächsrunde, es werden viele laute Sätze gesprochen. Speziell jene Freunde oder Kollegen, die von Natur aus etwas lauter, expressiver, vielleicht auch extrovertierter sind, bleiben am Wort.

Falls Sie nun nicht zu den lauten, sondern eher zu den zurückhaltenden Zeitgenossen gehören, wird es zur Herausforderung, auch etwas zur Unterhaltung beizutragen. Sich in die Diskussion hinein zu zwängen, scheint Ihnen dabei keine gute Lösung.

In drei Schritten elegant zu Wort kommen

Lesen Sie deshalb heute ein probates rhetorisches Handwerkszeug, wie Sie ohne viel Aufwand und in einer angenehmen Art und Weise zu Wort kommen – und den Vielsprechern die Führung abnehmen.

Schritt 1: Hör kurz zu, was gerade gesprochen wird

… und erfasse den Kern der Aussage oder der Erzählung. Vermeide dabei den „Ja, aber …“-Fehler! Denn oft reizen die Aussagen von Vielrednern zum Widerspruch. Sobald Sie mit einem „Ja, aber, ich habe auch eine Idee!“ unterbrechen wollen, provozieren Sie unseren Vielredner nur zu einem noch energetischeren Wortschwall.

Machen Sie es anders, hören Sie einen Augenblick lang geduldig zu.

Vielredber elegant unterbrechen

Schritt 2: Greifen Sie kurz auf, was der oder die andere gesagt hat

Auch wenn es überhaupt nicht Ihrer Meinung oder Ansicht entspricht, schlagen Sie den Vielredner mit den eigenen Waffen. Knüpfen Sie kurz an das Gehörte an und wiederholen Sie aufmerksam nickend, was Sie gerade gehört haben.

Wenn Sie gerade eine lange Erklärung gehört haben, weshalb etwas keinesfalls klappen kann, sagen Sie:

  • „Wenn Du, lieber Kollege Huber, jetzt gerade sagst, dass das so nie im Leben klappen kann …“

Wenn Sie gerade eine lange Erzählung über den letzten Bali-Urlaub hören, sagen Sie:

  • „Wenn Du auf Bali solche Schwierigkeiten mit dem Essen gehabt hast …“

Schritt 3: Stellen Sie nun eine Frage in den Raum, auf die Sie selbst antworten

Zum Thema „Kann nicht klappen“ könnte die Frage lauten:

  • „… was haben wir denn im Vorjahr gemacht, um eine Lösung zu finden?“ Achtung: Richten Sie die Frage nicht an den Vielredner. Stellen Sie die Frage in den Raum, um sie selbst konstruktiv zu beantworten. Dadurch sind Sie jetzt am Wort.

Zum Bali-Urlaub könnte die Frage lauten:

  • „… wann sperren denn bei uns die Restaurants offiziell wieder auf?“

Hier sind Gedankensprünge nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Die Chance, dadurch einen neuen Gesprächsfaden zu knüpfen, ist sehr groß,

Vorsicht, Körpersprache!

Wenn Sie das innere Verlangen spüren, jemanden zu unterbrechen, führt Sie das mit großer Sicherheit in eine dem Gesprächspartner zugewandten Körperposition. Diese „konfrontative“ Raumposition verstärkt im anderen die Redeenergie.

Sobald Sie aufgreifen, was jemand gesagt hat, drehen Sie sich etwas seitlich.

  • Gehen Sie in den Schulterschluss: Wenden Sie sich etwas zur Seite und positionieren Sie das Gesprächsthema körpersprachlich als dritten Punkt im Raum. So formen Sie, von oben betrachtet, aus zwei Gesprächspartnern und dem Thema ein Dreieck. Hinter dem Thema – das nun von beiden betrachtet wird, entsteht so unbewusst eine Richtung im Raum, in der sich später Lösungen manifestieren können.

Zu Wort kommen, ohne sich ins Gespräch zu zwängen, das war heute das Thema meines Praxistipps. Ich freue mich sehr auf Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!

Herzlichen Gruß aus der Salzburger Altstadt, Ihr

Arno Fischbacher

 

 

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