Wir alle wissen, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt. Und auch, dass hinter unserem Wohlgefallen universelle Gesetzmäßigkeiten stecken. Wie kannst Du diese Gesetze der Rhetorik beim Reden und Präsentieren zu Deinem Vorteil nutzen?

In diesem Blogbeitrag sehen wir uns 9 Möglichkeiten an, wie Du die Gesetze der Natur auf Deine Reden und Präsentationen übertragen kannst.

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Was steckt hinter dem gute Eindruck einer Rede oder Präsentation?

Unser Empfinden von Schönheit baut wesentlich auf den Mechanismen unserer Wahrnehmung und ist geprägt von unseren bisherigen Erlebnissen mit Schönem – und dessen Gegenteil, dem Hässlichen und Abstoßendem.

Was letztlich unser Empfinden beim Betrachten eines Bildes oder einer Landschaft, dem Hören eines Musikstücks oder beim Erleben einer Rede ausmacht, wird bestimmt von grundlegenden menschlichen Bedürfnissen:

  • nach Anregung und Abwechslung
  • nach Harmonie
  • nach Bewegtheit
  • nach Orientierung
  • nach Klarheit
  • nach Verbundenheit
  • nach Eigenständigkeit
  • dem Bedürfnis, selbst Teil eines größeren Ganzen zu sein

Wie nutzt Du diese Bedürfnisse für Deine Rede?

Bedenke immer: Es kommt nicht darauf an, was Du sagst. Es kommt einzig darauf an, was Du in Deinen Zuhörern bewirkst!

Richte deshalb in jedem Moment der Rede Deine Worte, Deine Handlungen und Bewegungen und nicht zuletzt Deine Sprechweise und Deine Stimme an den wichtigsten universellen Gesetzen der Gestaltung aus:

1. Das Gesetz des ersten Eindrucks

Was erwarten Deine Zuhörer von Dir?

  • Souveränität: Erst wenn Du Dich im Moment des Auftretens selbst im Griff hast, strahlst Du Führungsstärke aus. Plappere nicht gleich mit den üblichen Floskeln los, sondern nimm den Raum wahr und baue Kontakt zu Deinen Zuhörern auf, bevor Du sprichst.
  • Führungsstärke: Anstelle der üblichen Begrüßung Sprich zu Beginn die Kernanliegen Deiner Zuhörer an, danach kannst Du gern über Organisatorisches sprechen.
  • „What is in for me?“: Bevor Du auch nur ein einziges Wort über Deine Themen Lösungen verlierst, hole Deine Zuhörer suggestiv in ihrem eigenen Leben ab. Nutze dafür bildhafte Sprache oder Storytelling.

2. Das Gesetz der Bildtiefe

Jede gelungene Fotografie zeigt Vordergrund, Motiv – und Hintergrund.

  • Achte beim Aufbau Deiner Rede darauf, Bedeutendes herauszustreichen, immer wieder klar das Hauptmotiv in Erinnerung zu rufen und Details pointiert in den Hintergrund zu stellen.

3. Das Gesetz von Dynamik und Spannung

Vielleicht hast Du schon einmal Fotomontagen von Gesichtern gesehen, bei denen zwei idente Gesichtshälfte nebeneinandergesetzt wurden. Das sieht dann merkwürdig fad und uninteressant aus – eben spannungslos.

  • Vermeide Monotonie in Sprechweise und Aufbau.

Baue Spannung auf, indem Du ein Problem ansprichst und zuerst negative Folgen aufzeigst, bevor Du Lösungen präsentierst. Setze Pausen vor wichtigen Aussagen. Mache auf den letzten Punkt Deiner Geschichte neugierig.

4. Das Gesetz der Fallhöhe

Birgt Deine Rede Überraschungen? Bilder werden dadurch interessant, dass sich auf den zweiten Blick überraschende Einblicke offenbaren.

  • Verschieße Dein Pulver nicht schon zu Beginn.

Wenn schon alles gesagt ist, gibt es keinen Grund, weiterzusprechen.

5. Das Gesetz des Kontrasts.

Wenn Du das Foto einer Landschaft betrachtest, in der alle Details im Nebel verschwimmen, ohne ein Detail klar zu zeigen, wirst Du rasch weiterblättern.

Wenn du Aufmerksamkeit erregen willst, solltest du starke Kontraste bieten:

  • Abwechslung zwischen unwichtigeren Details und klar hervorgehobenen Merksätze
  • Spannung erzeugende Pausen, bevor Du Deine klare Botschaft formulierst
  • Gegensätze hervorheben und gestisch aktiv verdeutlichen

Helles (Deine Lösung) hebt sich vor einem dunklen Hintergrund deutlicher ab. Denke daran, wenn Du ein Detail Deiner Rede hervorheben willst.

  • Zeige uns mit Deinen Worten zuerst den Hintergrund, bevor Du auf ein besonders wichtiges Detail zu sprechen kommst.

6. Das Gesetz der Wiederholung

Kennst Du dieses gute Gefühl, wenn Du durch eine fremde Stadt fährst und ein berühmtes Gebäude erfreut wiedererkennst? Scheue Dich nicht vor Wiederholungen wichtiger Details oder Kernsätze. „Hammer the message!“ Beim Sprechen beginnt Lernen erst bei der dritten Wiederholung.

  • Fasse regelmäßig in kurzen Worten das Gesagte noch einmal zusammen.
  • Wenn Du über drei Lösungsansätze sprichst, wiederhole nach jedem Punkt die vorherigen als Zusammenfassung.

7. Das Gesetz des Rhythmus

Wenn du überzeugender sein willst, halte Deine Rede oder Präsentation so rhythmisch wie möglich – sowohl im Aufbau als auch im Inhalt.

  • Gliederungspausen: Nach jedem zusammenhängenden Punkt Deiner Rede gönne Deinen Zuhörern eine längere Sprechpause zum Verarbeiten und Abspeichern.
  • Sprechpausen: Richte immer wieder intelligente Fragen an Dein Publikum, die Du nach einer Reaktionspause selbst beantwortest. Aber Achtung: Banale Scheinfragen werden vom Publikum mit Desinteresse abgestraft.

8. Das Gesetz der Individualisierung

Rede, als würdest Du Dich mit einem einzelnen Menschen ganz persönlich unterhalten.

  • Sprich nicht zu Deinem Publikum, sprich mit Deinen Gästen!

Gehe in den aktiven Dialog beim Präsentieren, auch wenn dabei nur Du sprichst. Wecke starke Assoziationen und Erinnerungen, illustriere Faktisches an handfesten Beispielen.

9. Das Gesetz der Tiefe

Um zuletzt noch einmal auf ein besonders geheimnisvolles Merkmal schöner Bilder zurückzukommen:

Wenn du Bilder großer Künstler betrachtest, so gewinnst Du oft den Eindruck, als verstecke sich hinter der einfachen Oberfläche des Dargestellten eine bedeutsame höhere Botschaft.

  • Dein Publikum will erkennen können, welche inneren Beweggründe Dich motivieren, so engagiert über Dein Thema zu sprechen.
  • Sei Dir über Dein persönliches „Warum“ im Klaren.

 

Jetzt bist Du an der Reihe!

Welches der Gesetze von Schönheit und Wirkung wirst Du bei Deiner nächsten Präsentation besonders berücksichtigen?

Schreib es mir!