Störende Geräusche wie Schmatzlaute, Schnalzen oder unerwünschte Atemgeräusche können Deine Audio- und Videoaufnahmen schnell unprofessionell wirken lassen. Häufig entstehen sie, weil der innere Bezug zum Gegenüber fehlt oder der Einstieg ins Sprechen nicht natürlich erfolgt. Hier zeige ich Dir, wie Du diese häufigen Fehler vermeidest und Deine Tonaufnahmen sofort klarer und überzeugender gestaltest.
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Ursachen für Schmatz- und Schnalzlaute in Aufnahmen
Diese Geräusche entstehen oft, wenn Du in Ton- oder Videoaufnahmen sprichst, aber kein echtes Gegenüber siehst. Dein Verstand steuert dann das Sprechen, ohne dass Dein Organismus den natürlichen Impuls erhält, mit einem Menschen zu kommunizieren. Das Ergebnis sind unerwünschte Einatmgeräusche oder Schmatzlaute, die Du auch bei unerfahrenen Sprecher:innen im Rundfunk oder Fernsehen hören kannst.
Im Alltag, wenn Du spontan mit jemandem sprichst, reagierst Du auf den Gesprächspartner. Dein Sprechen ist reaktiv, es entsteht ein Impuls durch den anderen. Bei Aufnahmen ohne echtes Gegenüber fällt diese natürliche Reaktivität weg, und Du sprichst eher aktiv aus dem Gedächtnis, was zu den störenden Geräuschen führt.
Die Bedeutung der inneren Zuwendung beim Sprechen
Der Schlüssel zur Vermeidung dieser Störgeräusche liegt in der inneren Haltung. Stelle Dir vor, Du sprichst nicht in eine Kamera oder ein Mikrofon, sondern direkt zu einer realen Person. Je klarer und plastischer Du Dir diese Person vorstellst – inklusive Alter, Aussehen, Beruf und der Frage, die sie Dir stellt – desto natürlicher wird Dein Sprechen.
Diese Vorstellung erzeugt den Impuls zum Sprechen nicht aus dem Verstand, sondern aus echter Kommunikation. So vermeidest Du das Gefühl eines Selbstgesprächs und damit auch die typischen Atem- und Schmatzgeräusche.
Geste vor Wort: Die Rolle der Körpersprache
Im professionellen Sprechen geht immer eine Geste dem gesprochenen Wort voraus. Die Bewegung, vor allem der Hände, bringt den Impuls zum Sprechen hervor und öffnet die Atmung. Studien zeigen, dass im Gehirn bereits eine Sekunde vor dem gesprochenen Ton Bewegungen im Stirnlappen messbar sind. Deine führende Hand wird sich unwillkürlich dem imaginären Gegenüber zuwenden, die Atmung öffnet sich, und die Stimme wird klar und präsent.
Wenn Du also vor dem Mikrofon oder der Kamera sprichst, nutze bewusst Deine Gestik. So erzeugst Du nicht nur eine bessere Tonqualität, sondern wirkst auch authentischer und überzeugender.
Orientierungslaute in Meetings: Sinnvoll oder schwächend?
Auch im Meeting hören wir oft sogenannte Orientierungslaute wie „ähm“, „ja“, oder andere Auftaktlaute. Diese dienen dazu, die Aufmerksamkeit der Gruppe zu gewinnen, indem sie hochfrequente Signale senden. Gleichzeitig signalisieren sie aber auch, dass das erste Wort nicht stark genug ist, um die Aufmerksamkeit alleine zu halten. Das kann die persönliche Autorität schwächen.
Statt diesen Laute zu verwenden, ist es wirkungsvoller, mit einem starken, klaren Wort oder Satz zu beginnen und dann eine kurze Pause zu machen. So fokussierst Du die Aufmerksamkeit besser und wirkst souveräner.
Übung: Das magische erste Wort und innere Zuwendung
Dauer: 2–5 Minuten
- Setze Dich aufrecht auf einen Stuhl, Füße fest auf dem Boden. Entspanne Deine Schultern.
- Stelle Dir eine konkrete Person vor, die Dein Gegenüber ist. Gib ihr ein Gesicht, ein Alter und eine Frage, die sie Dir stellt.
- Lege Deine führende Hand (bei Rechtshändern meist die rechte) vor Dir so hin, als würdest Du die Person einladen, zuzuhören (Handfläche nach oben, leicht nach vorne gerichtet).
- Atme bewusst tief ein und fühle die Zuwendung zu dieser Person.
- Sprich nun reaktiv, als Antwort auf die Frage: Wähle ein starkes erstes Wort, z. B. ein Fragewort oder ein klarer Einstiegssatz („Was…“, „Gestern…“, „Genau…“).
- Setze nach diesem ersten Wort eine kurze Pause (1–2 Sekunden), bevor Du weiter sprichst.
- Wiederhole diese Übung mehrmals, um das Gefühl für die innere Zuwendung und das starke erste Wort zu entwickeln.
Fazit
Störende Schmatz- und Schnalzlaute in Tonaufnahmen entstehen meist durch fehlende innere Zuwendung und einen zu aktiven, gedankengesteuerten Einstieg ins Sprechen. Indem Du Dir ein konkretes Gegenüber vorstellst, Deine Gestik bewusst einsetzt und mit einem starken ersten Wort plus kurzer Pause beginnst, kannst Du Deine Aufnahmen sofort verbessern. Diese kleinen Änderungen führen zu mehr Präsenz, Klarheit und einer stärkeren Wirkung Deiner Stimme.
Wenn Du Deine Stimme gezielt einsetzen möchtest, lohnt es sich, diese Prinzipien regelmäßig zu üben und in Deinen Alltag zu integrieren.
Falls Du Fragen hast oder Unterstützung suchst, stehe ich gerne zur Verfügung – eine klare Stimme öffnet viele Türen.
FAQ
- Warum entstehen Schmatzlaute bei Tonaufnahmen?
- Sie entstehen, wenn Du ohne echtes Gegenüber aktiv aus dem Gedächtnis sprichst und die natürliche Reaktivität fehlt, was zu unbewussten Atem- und Mundgeräuschen führt.
- Wie hilft die Vorstellung eines Gegenübers beim Sprechen?
- Sie erzeugt einen realen Kommunikationsimpuls, der Deine Gestik, Atmung und Stimme natürlicher und klarer macht.
- Was ist das „magische erste Wort“ in Meetings?
- Ein bewusst gewähltes starkes Wort oder Satzanfang, gefolgt von einer kurzen Pause, mit dem Du die Aufmerksamkeit besser fokussierst und souveräner wirkst.
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