BLOG_PollenDer Wecker klingelt. Gudrun erwacht. Sie blinzelt. Und erkennt – Sonnenstrahlen tanzen an der Decke ihres Schlafzimmers. Gudrun jault verzweifelt auf. Auch heute leider wieder kein Regentag. Dieser Anblick erweckt in ihr den Wunsch, sich umzudrehen und den Tag Tag sein zu lassen. Gudrun erhebt sich trotz dieser für sie desaströsen Prognose und wankt verschlafen zum Fenster. Sie sieht Sonne pur und sich im Wind wiegende Blätter. Das junge Grün erwacht. Damit leider auch die Pollen. Schon spürt Gudrun das vertraute Kribbeln in der Nase. Gleich setzt das erste Niesen ein … Heute besonders fatal. Denn heute hat Gudrun nicht nur Heuschnupfen – wie sowieso immer um diese Jahreszeit – sondern auch eine wichtige geschäftliche Präsentation. Bei dieser muss und will sie voll in Form und ganz „da“ sein. Was mit roten, triefenden Augen, laufender Nase und einer daraus resultierend fast unkenntlichen Stimme kaum möglich ist. „Was kann ich nur tun?“, denkt sie verzweifelt und begibt sich in Richtung Badezimmer …

Was können Menschen wie Gudrun, die unter massivem Heuschnupfen leiden, in einer solchen Situation tatsächlich tun? Unsere Stimmexperten von stimme.at haben hier Tipps zum Umgang mit Stimme und Pollen für Sie zusammengestellt – alle diese Tipps sind jedoch präventiv gedacht und helfen eher generell, sich angesichts der Pollenflüge pro-aktiv zu wappnen.

Wer allerdings wie Gudrun in einer bestimmten Situation garantiert heuschnupfenfrei sein will, hat es schon schwerer. Ich als Stimmcoach habe für fast alle stimmlichen Herausforderungen, die in der Art und Lage der Stimme liegen, eine Lösung. Bei Stimm-Veränderungen aufgrund von Pollen sind wir Stimmexperten auch oft ratlos. Da ja die Einflüsse von außen kommen und auf unser Immunsystem wirken, sind die üblichen und sonst stets sehr effizienten Übungen hier kaum von Wirkung. Was jedoch aus meiner Erfahrung bei vielen Menschen hilft, ist auch hier das intensive mentale Vorbereiten auf den bevorstehenden Auftritt.

Bekommen Sie als erstes Ihr Lampenfieber in den Griff, indem Sie sich vor der Rede oder Präsentation erden und ganz bei sich, ganz im Moment sind. Überprüfen Sie Ihren Stand und lassen Sie die Knie locker! Atmen Sie mehrmals tief ein und aus und nehmen Sie mit Ihrem Publikum Blickkontakt auf. Warten Sie, bis das letzte Rascheln, das letzte Murmeln verstummt ist – und sprechen Sie erst dann. Langsam, mit vielen Sprechpausen und sehr bewusst … Meist geschieht dann das Wunder – durch Ihre eigene immense Konzentration auf Ihre Inhalte und Ihr Publikum – und es macht der Heuschnupfen mirakulöse Pause. Wie wenn durch die reine Macht Ihrer Gedanken die Pollen an einem unsichtbaren Schild abprallen und so wirkungslos verpuffen. Dieses Phänomen habe ich schon oft erlebt und erzählt bekommen von dankbaren und erstaunten Coaching-Kunden.

Auch Gudrun hat es an diesem Tag geschafft, durch diese Techniken ihren Sales-Pitch nies- und schnieffrei, mit klaren Augen und vor allem klarem Bewusstsein zu halten. Sobald sie an ihren Schreibtisch zurückgekehrt war, hörten Kollegen sofort wieder ständiges Niesen und Schnauben aus ihrem Büro … Ist es nicht großartig, wie wir unseren Körper doch beherrschen können, wenn eine extreme Situation es erfordert und wir auch noch einige „Instrumente“ zur Verfügung haben, die dies ermöglichen?

Mein Vorschlag also für alle, die ähnliche Situationen leider zu ihrem Frühlings-Alltag zählen: Beherzigen Sie die Tipps auf stimme.at zur Prävention und nutzen Sie die hier vorgestellten Tools im Falle einer brisanten Situation, in der Sie sich auf Ihre Stimme verlassen müssen. Sie – wie Ihr gesamtes System – wird sie vermutlich nicht enttäuschen.

Kommen Sie gut durch den Frühling und die diesjährige Pollensaison! Über neue Erfahrungswerte und Ihre eigenen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen zu diesem Thema freue ich mich auf: arno.fischbacher@stimme.at

Ihr Arno Fischbacher