Fülllaute wie „ähm“ und „äh“ können deinen Redebeitrag unnötig stören und wirken oft unsicher. Viele Menschen ärgern sich darüber, wenn sie beim Sprechen solche Laute unbewusst einbauen. Doch warum entstehen sie überhaupt und wie kannst du sie reduzieren, ohne dich selbst unter Druck zu setzen? In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du durch das richtige Mindset und bewusste Vorbereitung deine Sprechweise klarer und souveräner gestalten kannst.

Optional kannst du dir den Beitrag auch anhören:

Was sind Fülllaute und warum entstehen sie?

Fülllaute, fachlich auch als Diskurspartikel bezeichnet, sind Laute wie „äh“, „ähm“ oder „hm“, die wir unbewusst einsetzen, um Pausen beim Sprechen zu füllen. Sie entstehen meist, wenn du im Moment des Sprechens noch nicht genau weißt, wie es weitergeht. Das Gehirn sucht in diesen Augenblicken nach den nächsten Worten oder Gedanken, fühlt sich aber gleichzeitig unter Druck, die Stille zu füllen, um nicht unsicher zu wirken.

Dieser „Sprechdruck“ entsteht vor allem, wenn du vor anderen sprichst und dich beobachtet fühlst. Dein kritischer Verstand ist aktiv und überwacht jeden Satz. Du möchtest alles richtig machen, was den Druck noch verstärkt. Das führt dazu, dass du in den sogenannten „Überdruck“ gerätst, was sich in einem höheren Tonfall und in den Fülllauten bemerkbar macht.

Wie der innere Dialog Fülllaute verstärkt

Ein weiterer Faktor ist der innere Monolog, den du während des Sprechens führst: Du versuchst, deine Gedanken gleichzeitig zu formulieren und zu ordnen. Dabei entsteht oft eine Aneinanderreihung von Sätzen mit „und“, die sogenannten Gierlandensätze. Deine Aufmerksamkeit ist mehr auf dich selbst als auf dein Publikum gerichtet, was den Redefluss stört und Fülllaute begünstigt.

Wenn du beispielsweise einen Satz beginnst und das Satzende unnatürlich anhebst, entsteht bei dir der Impuls, die entstehende Pause mit einem „äh“ zu füllen, um den Satz fortzusetzen. Das ist ein automatischer Reflex, der aus dem Wunsch nach flüssiger Kommunikation resultiert.

Der Schlüssel: Von Monolog zu Dialog im Kopf

Ein wichtiger Lösungsweg liegt darin, dein Mindset zu verändern. Statt die Rede als ein reines Monologisieren von vorbereiteten Inhalten zu sehen, hilft es, den Vortrag als einen Dialog mit deinem Publikum zu verstehen – auch wenn die Zuhörer nicht aktiv sprechen.

Das bedeutet, du stellst dir vor, du tauschst dich wirklich mit deinem Publikum aus, indem du Fragen aufwirfst, die du selbst beantwortest. So nimmst du die Perspektive deines Gegenübers ein und sorgst dafür, dass deine Inhalte relevant und interessant bleiben.

Diese innere Einstellung wirkt sich unmittelbar auf deinen Tonfall und die Klangfarbe deiner Stimme aus. Statt eines neutralen, überdruckartigen Tons hörst du eine Stimme, die Interesse und Verbundenheit ausstrahlt. Das macht deine Botschaft lebendiger und reduziert automatisch den Sprechdruck und Fülllaute.

Vorbereitung mit Blick auf dein Publikum

Neben der inhaltlichen Vorbereitung ist es entscheidend, dich intensiv mit deinem Publikum auseinanderzusetzen. Überlege dir, welche Fragen, Sorgen oder Einwände deine Zuhörer haben könnten. Notiere dir diese Punkte und baue sie in deinen Vortrag ein – etwa indem du Fragen formulierst und anschließend beantwortest.

Dadurch gewinnst du die Aufmerksamkeit, nimmst Einwände vorweg und schaffst eine Atmosphäre von Wertschätzung. Das erleichtert dir das Sprechen und reduziert den inneren Druck, ständig perfekt sein zu müssen.

Füllpausen bewusst zulassen

Ein weiterer wichtiger Schritt ist, Pausen beim Sprechen nicht als Störfaktor zu sehen, sondern als wertvolle Momente der Konzentration. Wenn du eine Frage in den Raum stellst oder einen Gedanken beendet hast, darfst du ruhig einen Moment schweigen, bevor du weitersprichst.

Diese kurzen Pausen geben dir Zeit, deine nächsten Worte zu finden, und deinem Publikum die Möglichkeit, das Gesagte zu verarbeiten. Damit vermeidest du das automatische Füllen der Stille mit „ähm“ und Co.

Praktische Übung: Fülllaute beobachten und Pausen trainieren

Diese Übung dauert nur wenige Minuten und hilft dir, deine Fülllaute zu reduzieren:

  1. Wähle einen kurzen Textabschnitt oder eine Rede, die du vortragen möchtest.
  2. Nimm dich beim Sprechen auf Video oder Audio auf.
  3. Höre oder schaue dir die Aufnahme an und markiere alle Stellen, an denen du Fülllaute benutzt hast.
  4. Analysiere, was in diesen Momenten passiert: Gibt es eine Frage im Kopf? Ein unklarer Gedanke? Ein innerer Druck?
  5. Übe nun, an diesen Stellen bewusst eine kurze Pause einzulegen, ohne etwas zu sagen.
  6. Wiederhole die Aufnahme und vergleiche, wie sich die Pausen und das Weglassen der Fülllaute auf den Gesamteindruck auswirken.

Indem du dich an das bewusste Pausieren gewöhnst, kannst du dein Sprechverhalten nachhaltig verändern.

Fazit

Fülllaute wie „ähm“ entstehen vor allem durch inneren Sprechdruck und den Versuch, Gedanken lückenlos und perfekt zu formulieren. Sie sind ein Signal dafür, dass dein Gehirn noch nicht ganz fertig ist mit dem Gedanken und du gleichzeitig den Kontakt zu deinem Publikum halten möchtest.

Die Lösung liegt nicht im Vermeiden oder Unterdrücken der Fülllaute, sondern in einer veränderten inneren Haltung: Sieh deinen Vortrag als Dialog, bereite dich mit Blick auf dein Publikum vor und erlaube dir bewusst Pausen. So reduzierst du den Druck und kannst klarer und souveräner sprechen.

Wenn du diese Ansätze regelmäßig übst, wirst du nicht nur Fülllaute reduzieren, sondern auch deine Präsenz und Wirkung beim Sprechen deutlich verbessern.

Wenn du weitere Fragen hast oder Unterstützung bei deinem Stimm- und Sprechtraining möchtest, stehe ich dir gerne zur Verfügung.

FAQ

Warum benutze ich beim Sprechen so oft „ähm“?

  • „Ähm“ entsteht meist, weil dein Gehirn noch nach den nächsten Worten sucht und gleichzeitig den Druck spürt, nicht zu pausieren. Es ist eine natürliche Reaktion auf Sprechunsicherheit.

Wie kann ich Fülllaute vermeiden, ohne mich zu verstellen?

Hilft es, meine Rede komplett auswendig zu lernen?


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