BLOG-ILLU_quer_Redner-vor-AuditoriumWie fühlen Sie sich, wenn Sie vor Publikum sprechen müssen? Erklimmen Sie unerschrocken das Podium und legen Sie einfach los? Mit viel Sicherheit und Standfestigkeit? Oder gehören Sie wie die Mehrzahl der Menschen zu jenen Rednern, die mit eher schwächelnden Knien nach vorne kommen und sich nervös vor dem „gefährlichen Raubtier“ Publikum aufstellen? Ist in diesem Fall Ihr erster Impuls „Flucht – ich will wieder weg?“ Nachdem flüchten in solchen Momenten meist keine Option ist, sollten Sie sich vielleicht überlegen, wie Sie diese Situation für sich erträglicher machen.

Erträglicher wird eine live Redesituation sofort durch das Einnehmen eines festen Standes. Eines Untergrundes, der Sie gut trägt, ohne Sie „steif“ und wie eine Marionette erscheinen zu lassen. Wie erreichen Sie das? Stellen Sie sich dazu vor, Sie befänden sich auf einem breiten Surfbrett, das auf dem Wasser schaukelt. Und Sie bereiten sich jetzt auf die erste Welle vor, indem Sie in eine federnde Balance gehen. Spüren Sie, wie sich Ihre Schultern und Ellbogen lösen und Sie bereit sind, zu balancieren. Achten Sie darauf, wie sich Ihr Nacken aufrichtet. Sie aktivieren gerade Ihr Zwerchfell maximal. Das ist die Grundvoraussetzung für eine vollere, kräftigere, voluminösere und deutlichere Stimme. Aber, sprechen Sie jetzt noch nicht! Zuerst müssen Sie Kontakt mit Ihrem Publikum aufnehmen!

Dazu blicken Sie am besten schweigend direkt in den Saal. Das mag sich bei den ersten Versuchen eigenartig anfühlen. Die Sekunden werden Ihnen wie Minuten vorkommen, die Masse der Gesichter vor Ihren Augen verschwimmen. Vergessen Sie aber nie, welche Macht Sie jetzt gerade haben. Die „gefährliche Meute Publikum“ da unten muss warten, bis Sie bereit sind. Genießen Sie diesen Moment als der Regisseur Ihres eigenen Auftritts. Ihre Zuhörer lieben Spannung und werden es Ihnen sicher nicht übelnehmen! Wenn Sie die gesamte Aufmerksamkeit aller Anwesenden haben und auch der letzte zu flüstern aufgehört hat, dann erst beginnen Sie zu sprechen.

Eine kleine Hürde gibt es meist noch, denn nun fragen Sie sich vielleicht: „Was soll ich während des Vortrages bloß mit meinen Händen tun? – Das ist einfach: Gar nichts. Sobald Sie fest und ausbalanciert stehen und im Dialog mit Ihrem Publikum sind, bewegen sich Ihre Hände von selbst und tun genau das Richtige.

So steht einer auch körpersprachlich starken Rede nichts mehr im Wege, da Sie sich aus Ihrem festen Surf-Stand nun sicher fühlen sollten und sich ganz auf Ihre Inhalte konzentrieren können! Probieren Sie es!

Ihr
Arno Fischbacher