BLOG_PollenRobert erwacht. Sofort spürt er ein vertrautes Kitzeln in der Nase und ein Kratzen in den schlaftrunkenen Augen. Er braucht gar nicht aus dem Fenster zu sehen, er weiß, es gibt strahlenden Sonnenschein. Er weiß, die Pollen sind auch bereits erwacht. Er weiß, dass sein heutiger Vortrag vor großem Publikum für ihn zur riesigen stimmlichen Herausforderung wird. Robert liebt die Frühlingszeit definitiv und überhaupt nicht. Robert leidet unter Heuschnupfen. Seufzend steht er auf.

Was kann Robert tun, um seinen heutigen Auftritt so gut wie möglich über die Bühne zu bringen? Es gibt durchaus einige Präventivmaßnahmen, die Wirkung zeigen. Unsere Stimmexperten von stimme.at haben hier nützliche Tipps zum Umgang Pollen gesammelt.

Das alles garantiert jedoch leider auch nicht, an einem bestimmten Tag beschwerdefrei zu sein, also ohne tränende Augen, triefende Nase und eine nahezu unkenntliche, verquollene Stimme.

Als Stimmcoach habe ich für fast alle stimmlichen Herausforderungen eine Lösung. Bei Stimm-Beeinträchtigungen aufgrund von Pollen sind wir Stimmexperten aber oft machtlos. Wozu ich jedoch rate, ist besonders in diesen Fällen das besonders intensive mentale Vorbereiten auf ein öffentliches Sprechen.

Das beginnt schon mit dem Lampenfieber, das ja auch durch Pollenattacken nicht geringer ausfällt als sonst. Wie immer in solchen Fällen gilt es, sich zu erden und einen festen Stand einzunehmen. Atmen Sie dann tief und bewusst und nehmen Sie mit dem Publikum Blickkontakt auf. Erst dann sprechen Sie, sehr aufmerksam und mit vielen Pausen.

Der heuschnupfende Robert hat sich dies im Vorfeld zu Herzen genommen. Und als er an diesem Tag die Bühne betritt, geschieht das Wunder. Durch seine starke Konzentration auf die Inhalte und das Publikum macht der Heuschnupfen mirakulöse Pause. Wie wenn durch die reine Macht seines Willens die Pollen an einem unsichtbaren Schild abprallen. Er bleibt so während seiner Rede vollkommen nies- und schnieffrei, seine Stimme ist klar und wohlklingend.

Ich finde, es ist immer wieder schön zu sehen, wie sehr wir unseren Körper beherrschen können, wenn extreme Situationen es erfordern, und vor allem, dass wir stimmliche und körpersprachliche Instrumente zur Verfügung haben, die uns nicht im Stich lassen.

Genießen Sie den Frühling und trotzen Sie den Pollen!

Über neue Erfahrungswerte und Ihre eigenen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen zu diesem Thema freue ich mich.

Ihr Arno Fischbacher