LampenfieberWerner leidet. Er läuft auf und ab. Seine Lippen bewegen sich stumm. Er rezitiert hektisch den Anfang der Präsentation, die er gleich halten wird. Vor 150 globalen Firmenvertretern, CEO inklusive. Werner spürt Übelkeit und seine Beine gar nicht mehr. Sein Kopf fühlt sich an wie Watte. Kein einziges Wort seines Eröffnungsstatements fällt ihm ein. Werner ist von starkem Lampenfieber geschüttelt. Und das ist gar kein schöner Zustand. Aus dem Nebel seiner Redeangst kurz auftauchend, erinnert sich Werner jedoch wieder an das, was er mal im Stimmtraining gelernt hat betreffend den gnadenlosen Würgegriff des Lampenfiebers. Er atmet tief durch, sammelt sich und startet zögerlich, aber fest entschlossen, ein kurzes Warming-up für Stimme und Körpersprache. Er schneidet Grimassen, stößt Zischlaute aus und macht laut „brrrrrrrrrrr ….”. Nach 30 Sekunden dieser Vorbereitung fühlt er sich bereit und betritt den Meetingraum.

Trotz Lampenfieber souverän im Auftritt

Werner geht mit Pudding-Beinen in die Mitte der Bühne. Dort „verwurzelt“ er sich und kommt dadurch noch ein bisschen mehr in seine Mitte. Er weiß, dass diese Haltung, mit vermeintlichen Wurzeln nach unten, sofort für eine vollere und klarere Stimme sorgen wird. Trotz Lampenfieber. Bevor er spricht, nimmt er jedoch noch intensiv Blickkontakt mit seinem Publikum auf. Das ist auch der beste Weg, um für die Stille zu sorgen, die seine Rede verdient. Erst, als Werner die totale Aufmerksamkeit seiner Zuhörer hat, beginnt er zu reden. Und es funktioniert auch dieses Mal wieder. Werner spricht seinen ersten Satz sehr souverän, trotz immer noch leicht zitternder Beine. Jedoch, und das ist die Hauptsache, dieses Zittern ist in seiner Stimme nicht hörbar! Die Aufwärmübungen gegen Lampenfieber haben gewirkt. Werner ist nun viel lockerer und die Leere in seinem Hirn lichtet sich langsam.

Für noch mehr Sicherheit nimmt er nun den „Surfstand“ ein. Beide Füße sind fest am Boden, die Knie nicht ganz durchgestreckt: Er stellt sich nun vor, auf einem Surfbrett oder einem schwankenden Boot zu stehen, die Knie etwas zu lösen und die entstehende Stabilität in die Stimme einfließen lassen. Gleichzeitig richtet er seinen Rücken auf und lässt das Gefühl zu, „erhaben“ zu wirken. Er lässt die Schultern los und die Arme fallen.

Floskeln vermeiden – Lampenfieber verringern

Wer auf eine langweilige Floskelabfolge – vor allem zu Beginn einer Präsentation – verzichtet und statt dessen mit einer unerwarteten, neugierig machenden Aussage beginnt, erhält erste positive Reaktionen seiner Zuhörerschaft. Diese manifestieren sich durch zustimmendes Nicken, interessiertes Heben der Köpfe, zustimmendes Raunen. Das gibt dem Redner sofort mehr Sicherheit und unterstützt damit die Qualität und Professionalität der noch folgenden Rede. Werner ist sich dessen bewusst und beginnt mit einer Frage, die vermeintlich mit der Thematik der Präsentation nichts zu tun hat. Seine Zuhörer kleben nun gebannt an seinen Lippen. Sie wollen wissen, was jetzt folgt. Werner fühlt sich an dieser Stelle sicherer denn je, er ist jetzt wirklich in seiner Präsentation angekommen und führt seine Zuhörer souverän durch die einzelnen Etappen.

Werner ist ein Paradebeispiel dafür, wie rasch Lampenfieber zu besiegen ist, wenn Vortragende einige simple Grundregeln beachten. Und dann macht dieses unnötige Fieber etwas ganz anderem Platz, nämlich der Freude am Sprechen.

Probieren Sie es aus!

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Arno Fischbacher