BLOG_SchulterschlussAngenommen, eine berufliche Sache liegt Ihnen sehr am Herzen. Sie wollen Ihren Vorgesetzten unbedingt davon überzeugen. Sie haben sich auf den Termin intensiv vorbereitet. Ihre Argumentationskette steht und ist fest in ihrem Gehirn verankert, um jederzeit loslegen zu können. Endlich werden Sie zum Chef gerufen. Sie platzen schier vor Aufregung, Ihre großartige Idee vortragen zu können. Sie sitzen noch gar nicht richtig, da purzeln die ersten Worte schon aus Ihnen heraus. Von einem unsichtbaren Druck getrieben, sprechen Sie, und sprechen, und sprechen … Ihr Chef gegenüber verzieht keine Miene. Sie können das nicht einordnen und sprechen noch mehr. Ihre Gedanken rasen. Nun verhaspeln Sie sich bereits. Sie spüren, da geht gerade etwas massiv schief. So war das nicht vorgesehen. Was ist passiert?

Sie sind voll und ganz in die Falle „Sprechdruck“ getappt! Machen Sie sich nichts draus, gerade in der ersten Phase von Überzeugungs- oder Verkaufsgesprächen erliegen selbst ausgemachte Profis dem Wahn, zu viel sprechen, zu viel erklären und zu viel argumentieren zu müssen. Sie sprechen dann ohne Pausen, Ihre Stimme wird unpersönlich, verlässt den beziehungsbildenden Eigenton und Sie wirken „pushy“, und „verkäuferisch“. Ihr Gesprächspartner reagiert sofort mit innerer Abwehr.

Wieso entsteht dieser Druck? In diesem speziellen Fall vor allem dadurch, dass Sie Ihrem Chef frontal gegenüber saßen. Diese Position „Körperfront gegenüber Körperfront“ wirkt immer wie eine unbewusste Aufforderung zum Sprechen.

Die Lösung heißt „Schulterschluss“!

Eine kleine Drehung zur Seite, und schon ist der Druck gewichen. Im Businessgespräch empfehle ich Ihnen, diese kleine Drehung in den Schulterschluss bewusst einzusetzen. Sie inszenieren dadurch das „Lösungsdreieck“, könnte man die Szene von oben betrachten, wäre ein Dreieck entstanden: Sie, Chef, Thema. Vielleicht haben Sie eine Unterlage, die Sie als Bezugspunkt nutzen können, andernfalls verankern Sie das Thema mit Ihrer sprechenden Hand einfach bewusst an einer bestimmten Stelle im Raum. Aus der räumlichen Psychologie wissen wir, dass das Gesprächsthema dem Blick folgt.

Sie können nun Ihren Gesprächspartner viel leichter einbeziehen. Ihre Stimme entspannt sich und wird etwas tiefer. Sie wirken einladend! Die Situation wird sich entspannen. Ihr Gegenüber wird Ihnen nun wirklich aktiv zuhören. Und der finalen Durchsetzung Ihrer großartigen Business-Idee steht nichts mehr im Wege.

Probieren Sie es aus!

Ihr Arno Fischbacher