Artikel-Schlagworte: „Rhetorik“

Präsentationstipps aus der Schweiz: Thomas Skipwith

Donnerstag, 21. März 2013

Skipwith in Ich schätze die German Speakers Association besonders für die vielen interessante Persönlichkeiten, die ich kennengelernt habe. Einer von ihnen ist der Schweizer Thomas Skipwith. Bei der letzten GSA-Convention hatte ich lange mit ihm gesprochen. Und seine offene und zugewandte Art hat mich tief beeindruckt. Seine Mission ist, dass es auf der Welt nur noch spannende, informative und überzeugende Reden und Präsentationen gibt. Descubris heißt sein Institut mit Sitz in der Nähe von Zürich in der Schweiz.

Eine Buchempfehlung will ich Ihnen mitgeben:

Der Wurm muss dem Fisch schmecken – Mit Power präsentieren und rhetorisch punkten

BUCH Skipwith-Praesentation-150x150 in Täglich werden Millionen von Präsentationen gehalten. Leider meistens falsch. Die Zuhörer langweilen sich, wissen nicht, worauf der Redner hinauswill. Wie präsentiert man so schmackhaft, dass die Zuhörer sofort anbeißen? Und wie schafft man es, dass sie während der Präsentation nicht wieder vom Angelhaken gehen? Zwei Meister aus der Schweiz in Sachen Rhetorik und Präsentationstechnik machen es vor. Thomas Skipwith und Reto B. Rüegger zeigen, wie Sie zielgruppengerecht, witzig und strukturiert Fachwissen vermitteln: mit packenden Einleitungen, kernigen Aussagen, visuellen Animationen und überzeugender Gestik. Ob für Videokonferenzen, Kongresse oder betriebsinterne Meetings: Die Autoren halten Tipps und Tricks bereit, die mitreißen und überzeugen.

Mehr ĂĽber das Buch und Bestellung

Keynote vor Trainern des Finanzministeriums

Samstag, 29. Dezember 2012


“Die Macht der Stimme”: In fĂĽnf Schritten zu mehr Stimmbewusstsein. Keynote fĂĽr den “Vortragendentag” des Bundesfinanzministeriums (Wien). Die Zuhörer: Interne Trainer und Vortragende des Finanzministeriums und der österreichischen Finanzämter.

Hitliste der haarsträubendsten Tipps (2): “Satzende auf Punkt sprechen”

Montag, 24. September 2012

Wie bitte kann ich diese vielen „Ähhs“ und „Ähms“ vermeiden?! Klingt diese Frage vertraut in Ihren Ohren? Gehören Sie auch zu jenen bemitleidenswürdigen Geschöpfen, die in der Öffentlichkeit kaum zwei Sätze sagen können, ohne dazwischen jene nervenden Urlaute von sich zu geben?

24774454 Berge XS-gesp in

Bergé - fotolia.com

„Diskurspartikel“ nennt die Linguistik diese Fülllaute,  die das Zuhören ganz schön verderben können. Und die jene magische Macht besitzen, in kürzester Zeit alle Aufmerksamkeit vom Thema weg und hin auf sich zu lenken.
Kaum hat das Publikum oder Ihr Gesprächspartner Sie all häufigen Ähh-Sager identifiziert, wartet man förmlich auf das nächste Mal. Gespannt lauscht man und versucht zu unterscheiden: Ist dies eines dieser ganz kurzen, den Wort-Hänger überbrückenden „Ähhs“? Oder wird es gerade das gefürchtetste Exemplar, das langgezogene Nachdenk-„Ähh“?

„Sprich doch Deine Sätze einfach klar auf Punkt!“ höre ich manchmal als guten Rat. Und „Die Satzmelodie soll am Satzende nach unten gehen!“ oder „Stimme am Satzende absenken, Punkt!“

Klingt logisch, nicht wahr? Genau das ist das Tückische an solchen Empfehlungen. Sie sind aus der Perspektive des Beobachters formuliert. Sie beschreiben ein gewünschtes Resultat: „Es sollte besser so klingen und nicht so!“ Was nicht mitempfohlen wird, ist die Gebrauchsanleitung. Wie mache ich das, um nicht so, sonders besser zu wirken?

Im konkreten Fall gerät die Empfehlung oft zum Bumerang. Wer absichtsvoll seine Stimme am Satzende absenkt, ist mit sich selbst beschäftigt, „tut etwas“ mit seiner Stimme. Das klingt gewollt, künstlich, eingeübt. Die Zuhörer schätzen das gar nicht, denn sie bekommen mit: hier besteht gerade kein Kontakt zu mir als doch eigentlich adressierten Menschen.
Nur – was ist die Alternative? Ich empfehle: Stellen Sie öfters mal Fragen. Wann immer Sie etwas aussagen wollen, fragen Sie vorher danach.

Wie das geht? Ganz einfach: Stellen Sie vor Ihre Aussagen immer wieder solche Fragen, die Sie und Ihr Publikum leicht und logisch zu eben jenen Aussagen führen. Genießen Sie dabei die gestiegene Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer und Ihren „Ähh“-freien Redefluss.
Das ist alles? Ja, in der Tat. Denn „Ähhs“ entstehen und nerven immer nur dann, wenn Sie nicht mit uns, sondern allein mit sich selbst sprechen. Wenn Sie auf sich selbst bezogen sind, weil das Kontrollzentrum in Ihrem Gehirn zu Ihnen sagt: „Oh, der letzte Satz ist ja schon vorüber, jetzt musst Du was Neues sagen!“ und Sie in Ihrem Gedächtnis kramen.

Eins noch: Achten Sie auf die Pausen. Wenn ich von Fragen spreche, dann meine ich so richtig echte Fragen, die Ihr Publikum zum Denken anstacheln. Warten Sie auf die Reaktionen, bevor Sie weitersprechen. GenieĂźen Sie den starken Kontakt, den Sie aufgebaut haben. Zu einem interessierten, angeregten, unterhaltenen Publikum.

Was wäre die Welt ohne Rhetorik?

Donnerstag, 18. August 2011

Ganz schön doppelbödig, diese Frage, nicht wahr? Um ein Haar hätte ich – aus dem allerersten Reflex heraus – auf diese Frage eines Forum-Teilnehmers auf LinkedIn ohne nachzudenken mit ins Loblied der Rhetorik eingestimmt. Dann aber hat sich in mir eine zweite Stimme gemeldet.

So sehr die rhetorischen Ausdrucksmittel wie unsere Sprache, die Stimme und die Körpersprache immer wieder Gutes tun und dem Besseren zum Durchbruch verhelfen, so sehr helfen dieselben Werkzeuge doch mancherorts auch, Konflikte zu verschärfen, Menschen gegeinander aufzuhetzen und unsägliche Gräuel anzurichten.

Es ist wohl wie bei vielen Lebensthemen: Letztlich offenbart sich auch in der Rhetorik die Geisteshaltung, das Menschenbild. Herzensbildung ist somit vielleicht die Königsdisziplin der rhetorischen Schulung.

Hauptwortgeröll im fusiformen Gyrus

Montag, 18. Oktober 2010

Blablabla-150x150 in Als Ă„rgernis ersten Grades empfinde ich, wenn mir bei Präsentationen immer wieder groĂźe Haufen unattraktiver Begriffe die Sicht auf Sinn und Botschaft verstellen. Kommen Ihnen Sätze wie dieser auch so vertraut vor: „Zum Thema Controlling ist zu sagen, dass die Aktualität der Daten fĂĽr Ihren Erfolg größte Bedeutung hat…“

Kann es Zufall sein, dass ungeĂĽbte oder auch gestresste Redner mit traumwandlerischer Sicherheit zu dieser schwer verdaulichen, da hauptwortlastigen Sprache finden?
Vor einiger Zeit fiel auf mir auf Pressetext eine Meldung der Fachzeitschrift „Neuroimage“ in die Hände. Deutsche und spanische Forscher hätten entdeckt, dass im menschlichen Gehirn Zeit- und Hauptworte getrennt in verschiedenen bereichen abgespeichert würden.

Schon lange weiß man, dass Babys Begreifbares zuerst benennen und somit aussprechen können – mit Verben kämpfen Kinder oft noch als Dreijährige. Und so entsteht meine These: Unter Stress greift das erwachsene Gehirn beim Sprechen zuerst auf die „älteren“ Einträge zurück. Das Ergebnis: Die Zuhörer werden mit schwer verarbeitbaren Hauptworten bombardiert.

Ist dieser Redestress unvermeidlich? In einem speziellem Sinne – ja. Sprechen vor Publikum setzt selbst routinierte Redner “unter Strom”. Der Anblick frontal sitzender und erwartungsvoll blickender Zuschauer löst im Gehirn uralte Notprogramme aus. Gegen diese Ăśbermacht ankämpfen? Unmöglich. Wo ist die TĂĽr? … Schon pocht das Herz, der Atem fliegt, der Schweiss bricht aus. “Du hast Dich nicht unter Kontrolle!”, funkt der Verstand. “Das sind doch nur Kollegen!”

Aber diese beschwichtigende Nachricht fällt selten auf fruchtbaren Boden. Das „System“ ist jetzt stärker als sonst mit sich selbst beschäftigt: Habe ich auch alle Fakten parat? Habe ich alle Erwartungen berĂĽcksichtigt? Weshalb ist meine Kehle trocken? Wohin mit den Händen? Klingt meine Stimme auch laut genug? Diese Irritation verleitet das Sprachzentrum rasch, auf „Sicheres“ zurĂĽckzugreifen. Sie ahnen es bereits, es sind die Hauptworte, die auch in Notfällen parat sind… – und schon hören die Teilnehmer, was sie befĂĽrchtet haben: Eine langweilige, weil schwer verständliche Präsentation, gespickt mit vielen Hauptworten und Nominalsätzen.

Was erlebt jetzt der Redner auf der BĂĽhne? Erraten. Die schlimmste aller BefĂĽrchtungen bewahrheitet sich: Das Publikum reagiert nicht! – Und das stresst erneut, ein Teufelskreis hat begonnen.

Der Ausweg? Meine Seminarteilnehmer kennen die wichtigsten mentalen Schlüssel zu Sicherheit und Souveränität. Haben Sie Lust auf Vertiefung und wertschätzendes Feedback? Für das Aufbauworkshop Ende November 2010 gibt es für Schnellentschlossene noch Zugang. Fragen Sie mich doch einfach. Meine Mailadresse ist: arno.fischbacher@stimme.at

Stimmvorbild Politiker?

Mittwoch, 24. Juni 2009

Wieder einmal ist Wahlkampf. Von allen deutschen Plakatwänden lächeln Politiker, aus allen TV-Kanälen ertönen Versprechungen, Entgegnungen, Beteuerungen. Auf allen Podien werden Reden geschwungen. Die Kamers zoomen noch näher heran, die Mikrophone lauern allerorts.
Doch wie klingt es, wenn die Führungskräfte der Politik ihre Überzeugungsarbeit leisten?
Sind die Spitzen jener Berufsgruppe, der man so gern unterstellt, sie wäre bis in die Fingerspitzen rhetorisch geschult, auch stimmlich fit für ihre verantwortungsvolle Aufgabe?